Das Grundlagenwerk

  • zum Thema Wertschätzung im beruflichen Umfeld
  • und Basis für ein tieferes Verständnis der Arbeit eines Wertschätzungsbeauftragten

 

 

Download Cover

PM01 : So entstehen 21.-Jahrhundert-Unternehmen

Der Wertschätzungsbeauftragte durchtrennt den gordischen Knoten aus Stress, Zeitknappheit und Rationalisierungsdruck

Führung ist keine einfache Aufgabe – und sollte doch leicht sein. Aber wie, wenn dauerhafte Anspannung zum Normalzustand geworden ist? Der Begriff, der den gordischen Knoten aus Stress, Zeitknappheit und Rationalisierungsdruck durchschlägt, heißt Wertschätzung. Der neue Beruf, der Wertschätzung in Unternehmensstrukturen übersetzt, ist der Wertschätzungsbeauftragte.

Eine Grundlage für das neue Berufsbild des Wertschätzungsbeauftragten bildet die vielfach erprobte und erfolgreiche Methode des Appreciative Inquiry (AI). Entwickelt wurde sie an der Case Western Reserve University, USA, am Ende des 20. Jahrhunderts – als Methode fürs 21. Jahrhundert. Der Wertschätzungsbeauftragte kommt nicht von außen. Er stülpt einem Unternehmen keine Ideen über, sondern er ist Unternehmensinsider und Ansprechpartner der Unternehmensleitung. Er ist das Gegenteil eines Problemlösers, er ist der trainierte Experte für Potenzialentwicklung, also genau das, was ein Unternehmen braucht, um sich stabil einer ungewissen Zukunft zu stellen. Mit Mitarbeitern, die mit Tatkraft und Effektivität an die Arbeit gehen, weil sie wissen, wohin sie wollen. In einem 21.-Jahrhundert-Unternehmen.

Kontakt und Interviewanfragen:

Hermann-Josef Kracht, Interessenvertretung 50Plus, E-Mail: kracht@iv50plus.de, Tel.: 06271-77456 oder 0176-63657655.

PM02 : Das Unternehmen als Ort der Lebensfreude

Der Wertschätzungsbeauftragte: Ein neues Berufsbild präsentiert sich am 27./28.03. beim „Wertschätzer-Event 2017“ in Oberursel

„Das Unternehmen als Ort der Lebensfreude“ – ein Traum, den man beiseitelegt, wenn der Wecker klingelt? Realistischer klingt: das Unternehmen als Ort der Effizienz, vielleicht auch als Ort rationaler Ausrichtung auf gesellschaftliche Zukunft, als Ort kühner Visionen.

Aber ist er denn keine kühne Vision, der Satz „Das Unternehmen als Ort der Lebensfreude“? Beim 5. Wertschätzer-Event 2017 „Wie Flow entsteht und die Zahlen stimmen“ am 27./28. März in Oberursl wird auch ein neues Berufsbild aus der Taufe gehoben: der Wertschätzungsbeauftragte. Und so verblüffend es klingt: In ihm verbinden sich Effizienz und Ratio zu einem Konzept, das Unternehmen fit macht und „erfolgreich in stürmischen Zeiten“. Die Erkenntnis: Unternehmenskultur und Lebensfreude stehen nicht im Widerspruch, sie können sich ergänzen.

Der Wertschätzungsbeauftragte in einem Unternehmen ist keiner, der ein bisschen mehr als andere den Kollegen auf die Schulter klopft, damit sie in der Mühle besser funktionieren. Er ist kein Motivationstool. Vielmehr ist er ein Fachmann – oder eine Fachfrau – für effizienzstörende Unternehmensstrukturen, einer, der sich nicht Denkklischees beugt, nur weil sie seit 50 Jahren auf Führungsebenen gedacht wurden. Die Position des Wertschätzungsbeauftragten ergibt nur Sinn, wenn sie der Geschäftsleitung direkt angegliedert ist; er ist ihr Kollege und Ansprechpartner bei wichtigen Personal- und Strukturentscheidungen. Er kann beantworten, wie man erfolgreich sein kann in stürmischen Zeiten; wie solider und nachhaltiger Effizienz- und Kompetenzgewinn von innen aussieht.

Kontakt und Interviewanfragen:

Hermann-Josef Kracht, Interessenvertretung 50Plus, E-Mail: kracht@iv50plus.de, Tel.: 06271-77456 oder 0176-63657655.

Hintergrund:

Wertschätzung – ein humanistischer Begriff macht Karriere

„Wertschätzung“ ist wesentliche Basis von individueller und gesellschaftlicher Gesundheit. Wertschätzung beinhaltet Respekt, Wohlwollen, Achtung und Fürsorge. Sie betrifft einen Menschen als Ganzes und ist eher unabhängig von Taten oder Leistung. Wertschätzung drückt sich aus in Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit.

Wertschätzung ist ein menschliches Grundbedürfnis und eine Haltung, die in einer wohlwollenden Lenkung der Aufmerksamkeit auf den Wert von Situationen und positiven Aspekten von sich selbst und anderen besteht und sich im Verhalten, insbesondere der Art der Kommunikation, ausdrückt.
(nach A.K. Mathyssek*).
„Wir alle haben ein tiefes Bedürfnis danach, vollständig gesehen, gehört, wahrgenommen, geachtet, geliebt zu werden und dazuzugehören. Das sind Grundbedürfnisse des Menschen. Wertschätzung ist eine Haltung, die auf diese Grundbedürfnisse antwortet. Wo diese Grundbedürfnisse nicht befriedigt werden, reagieren Menschen bewusst oder unbewusst durch Rückzug, Abwehr, Aggression oder Verweigerung. Die Folge ist eine Blockierung der Möglichkeit, das eigene Potential zu entwickeln.“  (Barbara von Meibom**)

„Bedingungslose positive Wertschätzung“ ist als Fachbegriff aus der klientenzentrierten Gesprächsführung von Carl Rogers*** und anderen davon beeinflussten Therapieformen bekannt. Ziel der positiven Wertschätzung ist, den Klienten in seinen positiven Eigenschaften zu bestärken und im Selbstwert zu heben, um daraus Zuversicht und Energie zu beziehen.

Wertschätzung löst positive Emotionen aus. Diese wiederum vergrößern unsere Ressourcen und erweitern Toleranz, Kreativität und Veränderungsbereitschaft. In guter Stimmung ist nachweislich der geistige Horizont weiter und das Leistungsniveau höher. Menschen können sich ihrer Bedürfnisse und Wünsche gewahr werden. Wertschätzende Beziehungen sind nicht zuletzt die Basis für psychische Gesundheit.

Wertschätzung ist zudem ein nicht zu unterschätzender Faktor der Wertschöpfung in Unternehmen.

Die Studien des Gallup Instituts weisen seit Jahren nach, dass mangelnde Wertschätzung allgemein, aber vor allem durch den direkten Vorgesetzten, gravierende Auswirkungen auf die Produktivität der Mitarbeiter und auf Gewinn bzw. Kosten eines Unternehmens hat. Mitarbeiter, die sich wertgeschätzt fühlen, sind stärker mit dem Unternehmen verbunden, haben weniger Krankheitstage und sprechen positiv über die Firma und deren Produkte.

Gallup belegt, dass 73 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland grundsätzlich inhaltlich mit ihrer Arbeit zufrieden sind, aber nur 15 Prozent fühlen sich an die Firma gebunden und sind hochmotivierte Leistungsträger. 70 Prozent der Arbeitnehmer machen nur Dienst nach Vorschrift und 15 Prozent haben bereits innerlich gekündigt. Der Schaden, allein durch innere Kündigung, wurde auf bis zu 95 Milliarden Euro im Jahr 2014 geschätzt.

Schon 2010 im Rahmen des Gründungsprozesses der Wertschätzer (www.wertschaetzer.com) tauchte die Vision auf, Wertschätzung als Wertschöpfungsfaktor in Firmen zu verankern. Eine solche Aufgabe würde ein Wertschätzungsbeauftragter (WSB) anstatt oder übergeordnet den Qualitätsmanagementsbeauftragten entwickeln und in Firmen implementieren.

Als wir bei einem Indoor-Training zum Appreciative Inquiry Practioner 2013 in einem Versicherungsunternehmen überlegten, wie Wertschätzung dort dauerhaft lebendig bleiben könne, kam das Thema WSB erneut zur Sprache: der WSB als eine Möglichkeit, Wertschätzung mit hohem Rang in einem Unternehmen strukturell zu verankern. Einer der Teilnehmer deklarierte sich zum ersten WSB – jemals.

Auf der Corporate Health Convention im Mai 2015 in Stuttgart fand ein erstes Gespräch mit Hermann-Josef Kracht von der Europäischen Führungskräfte- und Vertriebsakademie (EFVA) kurz vor Schluss zum Thema Wertschätzung statt, das Wort WSB war bereits gefallen. In weiteren Telefonaten und Treffen kristallisierte sich am 5. September 2015 das neue Berufsbild des betrieblichen Wertschätzungsberaters heraus.

Am 11. Dezember trafen sich schließlich Hermann-Josef Kracht (iv50plus), Gertraud Wegst und Stefan Josef Dick (Die Wertschätzer) und Rudolf Langer (ecoFAIRpr) im Ramada Hotel Micador Wiesbaden-Niedernhausen: Dort fiel der Beschluss, in einem gemeinschaftlichen Projekt die Ausbildung zum zertifizierten Wertschätzungsbeauftragten zu kreieren und zu publizieren, um Wertschätzung als Grundlage von Wertschöpfung in Firmen dauerhaft zu verankern.

In der Folge stießen Dorothee Bornath (Die Wertschätzer) und Malte Fischer (Malte Fischer Team) hinzu. Im Vorfeld der ersten Präsentation des neuen Berufsbildes des Wertschätzungsbeauftragten beim Oberurseler Auftakt-Event 2016 „Erfolgreich in stürmischen Zeiten“ am 30.9./1.10.2016 entstanden Website (http://die-wertschaetzer.com), Buch und vollständiges Ausbildungskonzept.

*Anne Katrin Matyssek, Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin. Seit 2002 Spezialisierung auf gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung durch Wertschätzung im Betrieb unter dem Namen „do care“.

**Prof. Dr. Barbara von Meibom lehrte Politik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Duisburg-Essen. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher, u.a. von zwei Grundlagenbüchern zum Thema Wertschätzung. Sie ist Gründerin und Leiterin von „Communio – Institut für Führungskunst“ mit Tätigkeiten in den Bereichen Weiterbildung, Coaching und Organisationsentwicklung und engagiert sich seit Jahren für eine wertschätzende Führungskultur.

***Carl Ranson Rogers (https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Rogers) war ein US-amerikanischer Psychologe und Psychotherapeut. Er gilt als einer der Hauptvertreter der Humanistischen Psychologie und begründete die „klientenzentrierte Gesprächstherapie”.